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Wetterbericht vom Frosch

 

12. März 2021

 

Guten Morgen ihr da draußen!

Dem Frosch ging es heute morgen gar nicht gut. Er war gestern Abend am Strand bei denen mit den Schildern und es war sehr kalt und hat geregnet und eine steife Brise kam übers Meer landinwärts.

Er spürte, wie ihm die Kälte die Beine und noch weiter hoch krabbelte - bis zum Herz - und er bekam einen Vorgeschmack, was es bedeuten würde, wenn die Wärme fehlte...

 

Er hat den Strandbewohnern zugehört und sie sprachen davon, dass die Sonne und die Wärme für alle da seien und dass es jetzt endlich Zeit sei, ein für allemal die Diskussion darum zu beenden. Wie genau, wusste aber keiner.

 

Der Frosch fragte das Okapi und den Zitronenfalter und den Igel, aber keiner wusste Rat. Sie meinten, man solle einfach abwarten und ruhig bleiben.

 

Der Frosch fühlte sich machtlos und ein bisschen resigniert und ging nach Hause, wo er in einen unruhigen Schlaf fiel...

 

Vorhin war er mit einer unbestimmten Besorgnis im Herzen aufgewacht. Er fühlte sich zerbrechlich, fast gläsern.

Mit einer Tasse Kaffee setzte sich der Frosch an den Küchentisch. Sein Blick fiel nach draußen und man konnte einen ersten Streifen Helligkeit über dem Meer erahnen. Sein Großvater fiel ihm ein. Der hatte oft gesagt, man dürfe auch mal mutlos sein, es ginge immer irgendwie weiter. Wichtig sei nur, dass man einen Weg aus der Traurigkeit finde und dass dieser nun Mal für jeden anders aussieht.

 

Der Frosch nahm sich ein Blatt Papier und schrieb aus dem Stegreif alles auf, was ihm gefiel und was er gerne tat. Er beschloss, jetzt jeden Tag mindestens eines dieser Dinge zu tun, denn das war etwas, was er tun konnte. Für sich selbst sorgen...

 

Er fühlte sich gleich ein wenig freier und entschied, mit Punkt 3 auf seiner Liste zu beginnen.

 

Euch allen einen schönen und mutigen und lichtvollen Freitag!

 

© 2021 - Daniela Bezold

 

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