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Freiheit

 

Ich habe einen guten Freund.

Der hat ein Wohnmobil. In diesem Wohnmobil fährt er durchs ganze Land. Manchmal auch durch mehrere.

Er hält an, wo es ihm gefällt und fährt weiter, sobald sein Gefühl es ihm sagt.

 

Er hat ziemlich lange ziemlich verbissen auf sein Wohnmobil zugespart, bis eines Tages eine glückliche Fügung zu ihm kam. Er ließ es, zu beißen und die glückliche Fügung ließ ihn an ihrem Glück teilhaben.

 

Seitdem hat der gute Freund das Auto zum Wohnen. Denn eigentlich ist es gar kein Wohnmobil im eigentlichen Sinne, es ist ein Transporter. Er hat ihn in mühevoller Kleinarbeit selbst umgebaut, hat Küche und Bad darin installiert, Schränke und ein kuscheliges Bett darin untergebracht.

 

Er hatte sich schon ziemlich lange vorher ziemlich viele Gedanken um sein Mobil gemacht. Wie es mal aussehen sollte, wie er es umbauen würde und wie es wohl zu ihm finden könnte. Er hat sich immer wieder ein Bild seines Traumes visualisiert.

 

Außerdem hatte er schon ganz schön viel von dem Inventar ganz schön lange bei sich in seinem alten Zuhause herum stehen - aus der Zeit, als er noch verbissen war. Alles bereits in der Absicht gekauft, später einmal in seinen eigenen Transporter eingebaut zu werden...

 

Als genau dieser Wagen dann genau zu ihm fand, war er sehr froh über die glückliche Fügung und begann, ihn nach seinen Vorstellungen, die er allesamt wohlgeordnet und separiert im Kopf verwahrte, umzugestalten.

 

Später hängte die glückliche Fügung dann noch ein paar Lichterketten hinein - für die Stimmung - und er befüllte den Tank und fuhr los.

 

Als erstes hat der Freund damals übrigens das Meer besucht...

Er wusste von einem Strand, an dem der Wind rau, das Wasser eiskalt und der Sand salzkrustig war. Dort angekommen setzte er sich auf eine Woge Sand, die der raue Wind aufgeschichtet hatte - eine Tasse frisch gebrühten, heißen Kaffee in der Hand - blickte auf das lebendig vor und zurück treibende Meer und war glücklich.

 

Er fühlte, wie sich alle Anspannung allmählich in ihm löste. Der letzte Rest Verbissensein wurde vom Wind davon getragen.

 

Erleichtert richtete er sich auf, erhob sich und steuerte auf die wogenden Wellen zu. Er ließ sich die nackten Füße vom salzkalten Wasser umspülen. Die Gischt verfing sich in seinen Haaren, seine Lungen füllten sich mit der klaren, frischen Luft und er stellte fest:

Das Leben ist leicht!

 

Er gab auf, sein Glück zu jagen und es kam zu ihm.

 

Er ließ davon ab seine Gedanken in seinem Kopf wieder und wieder kreiseln zu lassen und sie kamen zur Ruhe.

 

Er vergaß seine Befürchtungen, an allem schuld zu sein, für alles um ihn herum verantwortlich und ständiger Bestrafung dafür zu bedürfen - und war frei.

 

Zurück in ihm blieb einzig das gute Gefühl.

Zur richtigen Zeit am ganz und gar richtigen Ort zu sein.

 

Frei...

 

Was für eine glückliche Fügung...

 

Blog - Freiheit - Strand

 

Dieses Glücksgefühl, diese Ruhe und die Freiheit in der Selbstvergessenheit zu finden - und sei es nur für einen vorüberziehenden Moment - das wünsche ich uns allen sehr...

 

Alles Liebe.

 

Eure Daniela

 

© 2020 - Daniela Bezold

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Andrea Reuss (Freitag, 07 Mai 2021 15:10)

    Hallo liebe Daniela,
    Hab gerade Pipi in den Augen. Herzensdank für diese schöne Geschichte.

    Herzliche Grüße
    Andrea

  • #2

    Daniela (Freitag, 07 Mai 2021 19:23)

    Danke liebe Andrea,
    für Dein herzerwärmendes Kommentar.
    Pipi in den Augen ist immer ein gutes Zeichen für Lösung(en) im Inneren.
    :-)

    Deine Daniela